[Rezension] Gerforenes Herz von Mirjam H. Hüberli

Liebe und andere Fremdwörter

Titel: Gefrorenes Herz
OT: /
Autor: Mirjam H. Hüberli
Ausstattung: E-Book
Seiten: 387
Preis: 3,99 € (D)
ISBN: 978-3-646-60070-4
Erscheinungstag: 4. September 2014

Reihe: /

Kurzbeschreibung

Sich auf dünnem Eis bewegen, davon könnte die siebzehnjährige Aurelia ein Lied singen. Denn seit ihre Zwillingsschwester Natascha verschwunden ist, scheint sie niemandem mehr trauen zu können. Nicht ihren Freunden, nicht ihren Lehrern, nicht einmal mehr sich selbst. Nur ihre tägliche Eiskunstlaufroutine hält sie buchstäblich über Wasser, dem gefrorenen unter ihren Schlittschuhen wie auch in ihrem Herzen. Und dann ist da noch Sevan, der Neue an ihrer Schule, der sich ausgerechnet an ihre Fersen heftet, wo doch alle Mädchen nach ihm schmachten. Mit ihm zusammen kommt sie der Auflösung des Geheimnisses um Natascha sehr viel näher. Aber irgendjemand ist ihnen immer einen Schritt voraus…
(Quelle: Carlsen)

Äußere Erscheinung

Der Hintergrund des Covers ist in einem sehr hellen Eis-Blau, in dessen Mitte ein herzförmiges Loch ausgeschnitten ist und in diesem Fenster sieht man das Profil eines Mädchens mit langen blonden Haaren. Das ‚Gefrorenes‘ des Titels ist in rot in einer geschwungenen Schrift geschrieben, wohingegen das ‚Herz‘ in einem dunkleren Blau und Großbuchstaben da steht. Mir gefällt das Kühle des Covers sehr gut, allerdings habe ich nach diesem Cover nicht mit dieser Handlung gerechnet.

Warum ich es gelesen habe

Im Rahmen meiner persönlichen Impress-Sub-Abbau-Aktion ist meine Wahl zuerst auf dieses Buch gefallen, da ich Lust hatte, mal etwas anderes zu lesen, als diese typischen Liebesgeschichten und das hat sich interessant angehört. Außerdem hat es viel zu lange bei mir gesubbt.

Meine Meinung

Schreibstil:
Mirjam H. Hüberli schreibt aus der Sicht von Aurelia, der Protagonistin und bringt ihre Gedanken und Gefühle wirklich gut und authentisch zur Geltung. Ihr Schreibstil ist fesselnd und lässt einen nicht mehr los. Spannung wird schnell aufgebaut und bleibt dann über das ganze Buch über bestehen. Zum Teil hatte ich beim Lesen wirklich Gänsehaut.

Handlung:
Ich wusste nicht, dass Impress auch Jugendthriller im Programm hat und daher auch mit etwas anderem gerechnet, aber es handelt sich in der Tat um einen Jugendthriller. Es geht damit los, dass Natasha, die Zwillingsschwester von Aurelia vermisst wird und Aurelias Freundinnen schon die Hoffnung aufgeben. Schnell wird klar, Natasha ist ermordet worden und sie bleibt nicht die einzige.
Da ich noch nicht viele Thriller gelesen habe, kann ich nicht beurteilen, ob die Handlung einem Klischee entspricht. Mich persönlich hat die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich mir selbst den Kopf darüber zerbrochen habe, wer denn jetzt der Mörder ist. Ich lag wirklich die halbe Nacht deswegen wach!
Wie in jedem Carlsen Impress-Titel gibt es auch eine Liebesgeschichte, die mich allerdings in diesem Buch ein wenig gestört hat. Die Gefühle sind mir ein ganz klein bisschen zu schnell von Bekannte zu Freunde zu ‚Ich bin total verliebt in dich.‘ gewechselt. Ich finde, das Pacing hätte man besser hinkriegen können.
Darüber hinaus hat mich noch ein wenig gestört, dass Aurelia, obwohl sie wusste, dass auch sie im Fokus des Mörders steht, des Öfteren im Dunklen nach draußen und sogar in den Wald gegangen ist. Ich meine, wenn ich wüsste, dass mich jemand umbringen möchte, würde ich mich in meinem Zimmer einschließen und nicht mal im Traum dran denken, nach draußen zu gehen. Aber wenn sie so gehandelt hätte, wäre das Buch sicherlich nicht so spannend gewesen, von daher drück ich mal ein Auge zu.
Zu dem Mörder (den ich hier natürlich nicht verraten werde) kann ich bloß sagen: Damit hab ich nicht gerechnet. Der Wow-Effekt war definitiv da, aber die letzten Kapitel sollten nicht nachts gelesen werden. (Zumindest hat mir das eine schlaflose Nacht bescherrt. Ich bin für Thriller einfach nicht gemacht.)

Charaktere:
Aurelia ist 17 und hatte ein inniges Verhältnis zu ihrer Zwillingsschwester, die sie nach deren Tod schmerzlich vermisst. Sie ist eine Eiskunstläuferin, aber das Eislaufen selbst nimmt so eigentlich keinen großen Stellenwert des Buches ein. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich Aurelia mochte oder nicht, stehe ihrer Person daher ziemlich neutral gegenüber. Sie trauert um ihre Schwester, da ist niemand so richtig auf der Höhe, aber trotzdem hat sie sich manchmal dumm und blind verhalten. (siehe oben.)

Sevan ist der neue Schüler an Aurelias Schule und natürlich der Love Interest. Da er selbst erst seinen Bruder verloren hat, kann er Aurelia verstehen und möchte ihr helfen. Er war es, dessen Gefühle mir zu schnell von freundschaftlich zu Liebe gewechselt sind, aber sonst war er mir schon sympathisch. Er wirkte clever und loyal, soweit wir ihn kennenlernen durften. Mann hätte durchaus noch ein wenig in die Tiefe gehen können.

Die Nebencharaktere Sofia, Laura, Nick und Tim waren auch gut ausgearbeitet. Es kam mir aber ab und zu so vor, als wären nur die nötigsten Infos der Personen erwähnt wurden, bis am Ende dann immer mehr herauskam. Hätte mich gefreut, diese Informationen schon am eher zu haben. Nicht direkt am Anfang - wenn der Leser alles schon vorher weiß, ist es ja langweilig - aber einfach ein wenig eher, so dass der Leser sich seine Gedanken hätte machen können.

Fazit

Ein spannender Jugendthriller, mit dem ich so nicht gerechnet habe.

,5
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