[Rezension] Die Wanifen - Seegeist (Wanifen #1) von René Anour

Wanifen 1

Titel: Die Wanifen - Seegeist
OT: /
Autor: René Anour
Verlag: Tredition
Ausstattung: Taschenbuch
Seiten: 412
Preis: 14,99 € (D)
ISBN: 978-3732357741
Erscheinungstag: 4. September 2015

Reihe: Die Wanifen – Band 1

Kurzbeschreibung

Die Alpen in grauer Vorzeit
In einem Pfahlbaudorf an den Ufern des Atasees gehen merkwürdige Dinge vor sich. Immer wieder verschwinden Menschen in den Wäldern und kehren nie wie zurück. Als die junge Ainwa ahnt, dass sie die nächste sein wird, verlässt sie das Dorf, um ihrem Schicksal zu entgehen. Doch in der Tiefe des Urwald merkt sie, dass sie bereits verfolgt wird.
(Quelle: Klappentest)

Äußere Erscheinung

Ich habe ja die ‚alte‘ Auflage mit einem neuen Schutzumschlag. Das ermöglicht mir, im direkten Vergleich über die Aufmachung zu urteilen und ich persönlich finde das neue Cover viel schöner. Auf diesem ist das Dorf der Ata am Atasee abgebildet, der Hintergrund der weiß-bläuliche Himmel. Das Cover ist sehr künsterlich-gezeichnet aufgemacht und lässt einen beim bloßen Anblick erahnen, dass sich die Handlung in den Alpen abspielt.
(Auf dem alten Cover war eine Frau (Ainwa) abgebildet mit ihrem Bogen und das alles war irgendwie ins bläuliche gephotoshopped)

Meine Meinung

Schreibstil:
Ich weiß nicht, ob ich da die einzige bin, aber ich kann am Schreibstil erkennen, ob es sich um einen Autor oder eine Autorin handelt und bei diesem hier merkt man sehr schnell, dass ein Mann es geschrieben hat. Weniger verblühmt, eher direkt, aber trotzdem sehr bildhaft. Man kommt durch den Schreibstil schön in die Geschichte rein und es gibt Stellen (die ich nicht weiter erläutere), da habe ich das ein oder andere Tränchen vergossen, weil es einfach so herzzerreißend geschrieben war.

Handlung:
Es geht um Ainwa, eine junge Frau, die in Ataheim als Hexe verpöhnt war und dann erfährt, dass sie eine Wanife ist. Sie muss das Dorf verlassen, bevor der Kelpi kommt, um sie zu holen. Ihr Ziehbruder Gorman begleitet sie und als sie des Nachts dem Kelpi begegnen, steht auf einmal so viel mehr auf dem Spiel.
Nach einer langen Reise gelangt Ainwa zu dem Wanifenhaus, wo sie lernt, mit ihren Fähigkeiten als Wanife umzugehen. Mehr möchte ich zur Handlung an sich auch gar nicht verraten, sonst würde ich hier mit Spoilern um mich werfen.

Aber ich glaube, hier muss ich ein paar Begriffe klären. Eine Wanife ist das Verbindungsglied zwischen der Welt der Menschen und der Geisterwelt. Man kann es sich so vorstellen, wie in Avatar (Ich werde in dieser Rezi bestimmt viel mit Referenzen um mich werfen, aber dadurch lässt sich das besser erklären.), wo dann der Avatar zwischen den Welten hin und her wandeln kann. Dazu hat jeder/r Wanife einen Seelengeist, der für sie kämpft. Ainwas Percht, z. B. erinnert sehr an ein Pokémon und ist sehr amüsant zu lesen.

Zu Beginnen wusste ich nicht, was ich von dem Buch halten sollte, war aber schon nach wenigen Seiten sehr positiv überrascht, da es etwas vollkommen Neues war und die Idee und die Thematik mich einfach begeistert hat. Obwohl ich als kleine Romantikerin nicht ganz auf meine Kosten gekommen bin, wird der Fantasy- und Spannungsfan vollends begeistert sein, so wie ich es jetzt auch noch bin.

Charaktere:
Ainwa ist die Protagonistin. Sie ist achtzehn Jahre und man merkt von Anfang an, sie ist nicht so ein Mädchen, was andauernd gerettet werden muss. Gut, sie wird einige Male gerettet, aber das ist zu verschmerzen, weil sie selbst einige Momente hatte, in denen klar herauskam, wie viel das Mädchen eigentlich auf dem Kerbholz hat. Obwohl sie als Wanife eine miserable Jägerin ist, beherrscht sie den Umgang mit ihrem Eibenbogen und ist eine talentierte Heilerin. Und sie lässt sich von niemanden etwas sagen. Eine Heldin, wie sie im Buche steht.

Gorman ist jetzt nicht unbedingt der Protagonist, aber er spielt schon eine große Rolle. Er ist der Ziehbruder von Ainwa und heimlich in sie verliebt. Ich werde zu seiner Entwicklung aufgrund der immer präsenten Spoilergefahr nichts verraten, aber ich kann sagen: Gorman war mir gänzlich unsympathisch. Das liegt jetzt vielleicht daran, dass ich Ainwa mit Rainelf shippe, aber besagte Entwicklung war nicht unwesentlich Schuld daran.

Apropos, Rainelf. Er ist ebensowenig Protagonist, da er nur wenige Auftritte hat, bis zum Ende hin, aber ihn mochte ich sofort. Obwohl schon von Beginn an klar ist, dass Rainelf ein Geheimnis umgibt, kann man sich sparen, darüber nachzugrübeln, denn man kommt so oder so nicht drauf, aber danach will man ihn einfach nur noch knuddeln.

Auch die Nebencharaktere waren in meinen Augen sehr schön ausgearbeitet und nicht zu flach. Man kannte nicht sofort die Beweggründe von jedem einzelnen, was es ein wenig schwierig gemacht hat, über sie zu urteilen, aber es wäre ja auch langweilig, wenn man alles sofort wüsste …

Fazit

Einen solchen Roman habe ich definitiv noch nicht gelesen. Das Alpenthema ist wirklich interessant und René Anour hat dazu eine spannende Handlung und authentische Charaktere entwickelt. Und das Ende erst … Ich will weiterlesen. (Band 2 liegt auf der Wuli.)







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