[Rezension] Essenz der Götter I von Martina Riemer

Essenz der Götter
Titel: Essenz der Götter
OT: /
Autor: Martina Riemer
Ausstattung: E-Book
Seiten: 502
Preis: 3,99 € (D)
ISBN: 978-3-646-60082-7
Erscheinungstag: 6. November 2014

Reihe: Essenz der Götter – Band 1

Kurzbeschreibung

**Wenn eine göttliche Bestimmung auf dich wartet…**
Loreen hat nach dem Tod ihrer Eltern alles verloren. Sie wird aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen, von ihrem Freund getrennt und in ein Waisenhaus gesteckt. Seitdem lässt das rebellische Mädchen mit den violetten Haaren niemanden mehr an sich heran. Bis sie Menschen begegnet, die so anders sind, wie sie selbst sich schon immer gefühlt hat. Zu ihnen gehört auch der geheimnisvolle und schweigsame Krieger Slash. Von ihm erfährt sie, dass sie direkt von den Göttern abstammt und eine besondere Gabe hat, welche für einen seit Jahrtausenden geführten Krieg gebraucht wird. Zuerst versucht sie, vor ihrer Bestimmung zu fliehen, doch dann erkennt Loreen, dass sie sich ihrem Schicksal stellen muss. Es könnte nur mittlerweile zu spät dafür sein…
(Quelle: Carlsen)

Äußere Erscheinung

Ich liebe dieses Cover. Es ist in orange und gelb gehalten und erwirkt den Eintrug, als würde es glitzern. Auf der rechten Seite ist ein Frauengesicht mit langen braunen Haaren zu sehen (Loreen). Sie ält die Augen geschlossen und dieser Glitter umgibt sie.
Der Titel steht in einem dunklen Grauton in der unteren Hälfte, was aber sehr stimmig zu dem orange ist.
Meiner Meinung nach eins der besten Impress-Cover, die es bislang gibt.

Meine Meinung

Schreibstil:
Zu Beginn ist es ungewohnt, denn Martina Riemer springt am Anfang immer zwischen der vergangenen Zeitlinie und der Gegenwart, wobei sie auch wirklich nur in der Vergangenheit im Präteritum schreibt. In der Gegenwart wird in der Präsens geschrieben. Außerdem schreibt sie die Geschichte aus der dritten Person, wo sie immer zwischen den verschiedenen Personen hin und her wechselt. Wie gesagt, es ist Gewöhnungssache, aber nach einigen wenigen Kapiteln ist man voll und ganz drin und dann ist das nur noch nebensächlich.

Handlung:
Es geht um Loreen, die nach dem Tod ihrer Eltern in einem Kinderheim auf die drei Divinus, Slash, Sky und Pure trifft. Von ihnen erfährt sie, dass sie eine Divina ist und mit ihnen ins ‚Dorf‘ der Divinus kommen soll. Doch dem kommt ganz anders, als Jamie, Loreens Freund, sie am Abend vor ihrer Abreise aus dem Heim bittet, mit ihr durchzubrennen und sie zusagt. Erst Jahre später sieht Loreen die Divinus wieder.

Ich war von der Handlung wirklich überrascht, denn Loreen ist niemand, der vollkommen ausflippt, nur weil sie erfährt, dass sie kein Mensch ist. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass sie einfach so mit ihrem Freund durchbrennt und die Handlung dann erst Jahre später richtig losgeht. Doch so kam es.
Die siebzehnjährige Loreen hat noch einen kurzen Auftritt im Buch und wird dann von der einundzwanzigjährigen Loreen abgelöst, die sich gerade den Divinus angeschlossen hat. Auf der Insel, auf der die Abkömmlinge griechischer Götter leben, trifft sie wieder auf Slash und sofort beginnt es, zwischen den beiden wieder zu funken. Das war etwas offensichtlich, da sie auch schon in der vergangenen Zeitlinie Interesse gezeigt haben und doch war es ein ständiges Hin und Her zwischen den beiden.
Nicht zuletzt, weil Elderly, die Anführerin, es als ihre Aufgabe sieht, die Divinus so zu verpartnern, wie sie es für richtig hält. Bell-Par werden diese Paare genannt und Leute, ich wollte Elderly ziemlich oft wegen diesem Thema schlagen. Allgemein mochte ich sie gar nicht. Sie war einfach der Inbegriff der Anführerin, die meint, sich alles herausnehmen zu können. Wenn sie ein paar Mal anders gehandelt hätte, wäre vieles vielleicht glimpflicher ausgegangen.
Aber dann wäre es auch nicht so spannend geworden. Es wird viel gekämpft und auch der Konflikt zwischen den Abkömmlingen der Götter und denen der Titanen, Titanus genannt, wird schön beleuchtet, wobei mir bis jetzt nicht ganz klar ist, wieso die sich eigentlich streiten. (Okay, doch, ich kann‘s mir denken, aber nur, weil ich mich ein wenig mit der griechischen Mythologie auseinander gesetzt habe. Aus dem Buch ging es aber nicht wirklich hervor.) Es wird immer nur gesagt, dass sie gegeneinander kämpfen, weil es irgendwann nur noch eine Gruppe von ihnen geben wird und sie alles dafür tun, dass sie es sind, die gewinnen. Mehr Infos? Hoffentlich in Band 2. Ansonst gibt es für Spannung von mir volle Punktzahl.
Auch die Romantik kommt natürlich nicht zu kurz, denn Loreen und Slash können sich irgendwann doch zusammenraffen. Manchmal kam es mir allerdings zu viel vor. Nicht, dass mich das stören würde, aber für eine Leseempfehlung ab 14 Jahre war es meiner Meinung nach ein wenig zu extrem.

Charaktere:
Loreen ist zu Beginn 21 Jahre, in der Vergangenheit ist sie noch 17. Zu dieser Zeit erfährt sie von ihrem Erbe und brennt dennoch mit ihrem Freund, den sie kurz darauf auch heiratet, durch. Die Jahre vergehen, doch Loreen ist schlau genug, nicht einfach so auf der faulen Haut zu liegen. Sie betreibt Sport, lernt Griechisch und befasst sich mit der Mythologie, weil sie weiß, eines Tages, braucht sie diese Kenntnisse. Wirklich erfrischend, mal eine reife, erwachsene Protagonistin zu haben, die weiß, was wichtig ist.
Ich mochte Loreen richtig gerne, einfach, weil sie sich nichts sagen lässt und nicht wie ein kleines Mädchen erstmal eine Identitätskrise bekommt, als sie gesagt bekommt, dass sie eine Divina ist. Das hätte wirklich nicht zu ihr gepasst. Sie ist schlau und eine wahre Kämpfernatur. Gleichzeitig kann sie sanft und einfühlsam sein, wenn es gebraucht wird. Die Mischung macht sie zu einer sehr sympahtischen Figur.

Slash ist eher der verschlossene Typ, was ich sehr gut nachvollziehen kann, nach dem, was er bereits erleben musste. Als er jedoch auf Loreen trifft, entwickelt er schnell Gefühle für sie und ist am Boden zerstört, als sie einfach abhaut, doch ihre Wege kreuzen sich ein weiteres Mal und Gefühle, die Slash eigentlich verbannt hat, flammen wieder auf.
Ach, Slash, er ist in dem Buch der Kerl mit der traumatischen Vergangenheit, den man die ganze Zeit (außer wenn er sich arschig verhält, was leider auch vorkommt) einfach nur knuddeln will.

Richtig toll an beiden Protagonisten finde ich, dass sie in Sachen Beziehungen beide vorbelastet sind. So waren sie beide schon mal verheiratet, und das mit so jungen Jahren, und haben beide ihre Ehepartner verloren. Ich glaube, deshalb wirkt die Beziehung der Beiden auch ein wenig reifer. Sie beide wissen, wie es ist, jemand wichtigen zu verlieren, und das hat Martina Riemer sehr schön umgesetzt.

Fazit

Bis auf ein paar kleine Kritikpunkte, die ich genannt habe, ein wirklich tolles Buch. Ich freu mich auf Band 2.

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