[Rezension] Regenbogenzeit (Leda&Silas #1) von Julia K. Stein




Preis: 3,99 €

Einband: E-Book

Seitenanzahl: 230

Altersempfehlung: ab 14

Meine Wertung: 5 Schmetterlinge

Reihe: Leda und Silas #1

Verlag: Carlsen Impress

Will ich kaufen!



 
 
 Klappentext

**Wenn sich hinter einem idyllischen Sommerflirt ein dunkles Geheimnis verbirgt…**
Maisfelder bis zum Horizont und kein Hochhaus weit und breit. Ihre Sommermonate bei einem Schlachthauspraktikum mitten im Nirgendwo Deutschlands zu verbringen, hätte die 17-jährige Leda unter normalen Umständen niemals in Erwägung gezogen. Doch genau hier ist ihre Mutter vor einem Jahr ums Leben gekommen und Leda ahnt, dass sich hinter der Idylle ein düsteres Geheimnis verbirgt. Erst als sie dem jungen Amerikaner Silas über den Weg läuft, bekommt der Sommer einen Hauch flirrender Romantik. Aber auch der attraktive Silas trägt ein Geheimnis mit sich und zwar ein nicht weniger dunkles als Ledas…
(Quelle und Bild-Copyright beim Verlag)

Äußere Erscheinung

Das Cover empfinde ich als eins der düstersten aus dem Impress-Verlag. Abgebildet ist die Landschaft mit einem Maisfeld und einem dunklen wolkenbehangenen Himmel. Beides, Feld wie auch Himmel, sind künstlerisch angehaucht, sehen wirklich gemalt aus.
Auf dem Feld stehen ein Mädchen mit Pferdeschwanz (Leda) und ein Junge (Silas). Sie halten sich an den Händen und stechen aus der Landschaft heraus.
In der oberen Hälfte des Covers seiht man den Titel. Während Regenbogen in weißen geschwungenen Buchstaben geschrieben ist, besteht das Zeit aus hellgrünen Lettern, die aussehen, als wären sie mit dem Pinsel gemalt. Es ist zu vermuten, dass das Zeit für die kommenden Bände bestehen bleibt und das Regenbogen sich je Band ändert.

Meine Meinung

Schreibstil:
Julia schreibt aus Ledas Sicht und beschreibt die Umgebung aus den Augen der Siebzehnjährigen sehr umfassend. Man hat sofort das Feeling, als würde man sich selbst in diesem Kaff befinden. Sie vermittelt das Gefühl, dass wirklich mehr dahinter steckt so gut, dass man die ganze Zeit am Mitfiebern ist und das Gänsehaut-Feeling, das uns versprochen wird, wird auch gehalten.

Handlung:
Die Geschichte beginnt mit Leda, die nach Wözen (Ein kleines Kaff in der Nähe von Berlin) kommt, um dort ein Praktikum bei »Kleine Farm«, dem lokalen Schlachthof zu machen. Aber da steckt natürlich mehr dahinter. Tatsächlich ist Leda auf der Suche nach Hinweisen, die mit dem Tod ihrer Mutter zu tun haben.
In Wözen trifft sie auf Silas, der einen Sommerjob im Marketing von »Kleine Farm« macht. Die beiden kommen sich schnell näher und verbringen ihre Abende zusammen, aber die Idylle bleibt natürlich nicht lange.

Woah, ich habe immer noch Gänsehaut. Die Handlung ist wirklich heftig und ist zum Teil sehr wissenschaftlich. Da hat Julia Stein wirklich gut Recherche betrieben. Das ganze ist für die, die davon keine Ahnung haben (wie mich) aber sehr verständlich erklärt. Die Machenschaften des Schlachthofes und die ganzen Zusammenhänge werden immer nur happenweise enthüllt, so dass man wirklich die ganze Zeit von der Story gefesselt wird.

Anzumerken ist allerdings, dass ich aufgrund der Enthüllungen vermutlich zur Vegetarierin konvertieren werde. (Wenn ich verhungere, bist du schuld, Julia!) Nein, Spaß beiseite. Die Beschreibungen von der Arbeit im Schlachthof sind wirklich sehr bildhaft. Ob authentisch kann ich so zum Glück nicht beurteilen, weil ich noch nie in einem Schlachthof war (was sich spätestens jetzt auch sobald nicht ändern wird), aber das Setting ist doch sehr passend gewählt für diesen Jugendthriller, da er noch Raum lässt, das Ganze ziemlich schaurig werden zu lassen.

Charaktere:
Leda ist was Protagonistinnen angeht, ganz sicher ein Fall für sich. Sie strebt zwar ein Literaturstudium an, gibt sich für das Praktikum aber als Tiermedizinstudentin aus und arbeitet im Schlachthof an vorderster Front mit. Respekt, Mädchen. Ich hätte mich wohl übergeben, aber das ist ja noch nicht alles. Wenn ich nur daran denke, dass es tatsächlich solche Betriebe gibt, die Dinge vertuschen, dann läuft es mir kalt den Rücken runter und ich bewundere Ledas Mut, sich tief ins Herz der Maschinerie zu begeben, um alles aufzuklären.
Obwohl sie mir persönlich manchmal zu impulsiv und wenig wohl überlegt gehandelt hat, mochte ich sie richtig gerne. Tja, eine Protagonistin, die ohne zu murren, ans Schlachtband gestellt wird und mitarbeitet, um vielleicht irgendwann an ihre Infos zu kommen, hat man halt nicht alle Tage.

Silas mochte ich am Anfang auch recht schnell. Er hatte eine ziemlich lockere Einstellung und war mir sofort sympathisch. Seinen Akzent fand ich sehr niedlich. (Er ist Amerikaner.)
Sobald er sich allerdings distanziert hat, wusste ich nicht mehr, was ich von ihm halten sollte. Da waren lange Zeit jede Menge Fragen und Vermutungen und auf welcher Seite er stand, war mir die ganze Zeit über nie wirklich klar. Das war natürlich so gewollt, ist aber ein wenig nervenaufreibend.
Bin sehr gespannt, was für Fragen Silas mir in Band 2 wieder auftragen wird.

Fazit

Ein Jugendthriller, der einen nicht mehr loslässt bis man am Ende angelangt ist und einen dann nach mehr hungern lässt.


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