[Rezension] Für dich soll's tausend Tode regnen von Anna Pfeffer




Preis: 14,99 €

Einband: Taschenbuch

Seitenanzahl: 320

Altersempfehlung: ab 14

Meine Wertung: 5 Schmetterlinge

Reihe: /

Verlag: cbj

Will ich kaufen!






Wer Emi auf die Nerven geht, dem verpasst sie in Gedanken eine Todesart. Und seit dem Umzug weiß sie nicht, wer mehr nervt: die Neue ihres Vaters, die sich ernsthaft in der Mutterrolle sieht, ihr Strahlemann von Bruder, der das auch noch gut findet (stirbt bestimmt mal, weil er auf seiner Schleimspur ausrutscht), oder Erik, Alphatier an ihrer neuen Schule, der einen auf cool macht und sie ständig provoziert (stirbt garantiert an einem Hirntumor wegen übermäßigen Handykonsums). Als sie sich in Chemie mit Alpha-Erik anlegt, kracht es wortwörtlich zwischen den beiden. Die Strafe dafür sind acht Samstage Graffiti schrubben. Mit Erik! Kann das Leben noch beschissener sein? Um aus der Nummer rauszukommen, schlägt Emi einen Wettstreit vor. Doch Erik ist nicht kleinzukriegen. Emi wünscht ihm tausend Tode an den Hals, bis sie merkt, dass es gar nicht so nervig ist, Zeit mit Erik zu verbringen …
(Quelle und Bildcopyright liegen bei Random House)



Auf den ersten Blick erinnert mich das Cover an »Plötzlich Banshee« von Nina Mackay, aber auf den zweiten Blick sieht man doch dann die kleinen aber feinen Unterschiede. Viele, kleine Zeichnungen zieren das Cover vor dem schwarzen Hintergrund und unter dem großflächigen, weißen Titelschriftzug befindet sich ein Totenkopf. Das Cover lässt eine humorvolle, aber vor allem phantastische Geschichte vermuten, aber … falsch gedacht. Diese Geschichte ist 100%ig nicht phantastisch, was aber nicht heißt, dass es nicht trotzdem fantastisch ist.


Eine gute Freundin und Bloggerin (Alex von Yunikas Bücherwelt) hat mir die Bücher von Rose Snow bzw. Anna Pfeffer empfohlen und als jetzt das neue Buch des Autorenduos erschienen ist, konnte ich gar nicht anders als es mir zu Gemüte zu ziehen.

Zunächst konnte ich kaum glauben, dass das Buch nicht von einer Person alleine geschrieben ist, weil man wirklich überhaupt keine Veränderung im Schreibstil wahrnimmt (Ich schreibe selbst mit einer Co-Autorin, das ist nicht einfach!). Beide sind perfekt aufeinander eingestimmt und wissen offenbar beide, wie man dem Leser ein Lächeln entlockt. Wie man es bei einem Buch über den Tod erwartet, gibt es hier jede Menge schwarzen Humor, der aber so geschickt eingeflochten wird, dass es wirklich schon wieder komisch ist. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Emi, eigentlich Emilia, der Protagonistin.

In »Für dich soll’s tausend Tode regnen« geht es um Emi, die gerade mit ihrem Vater und ihrem Bruder von Heidelberg nach Hamburg gezogen und damit überhaupt nicht glücklich ist. Sie vermisst ihre beste Freundin, findet die neue Freundin seines Vaters unausstehlich und dann ist da noch der Typ in der Schule, mit dem sie andauernd aneinandergerät, Erik. Nach einem Umfall im Chemielabor kommt es noch dicker. Emi und Erik werden gemeinsam dazu verdonnert, 8 Wochen lang am Wochenende Graffitti wegzuputzen. Beide haben wenig Lust darauf und so beginnen sie, das Ganze amüsanter zu gestalten und sich gegenseitig Challenges zu stellen.

Hört sich zunächst nicht sonderlich spannend an, aber dafür ist es ungemein witzig, wie die beiden sich gegenseitig beleidigen und sich mega peinliche Aufgaben stellen. Immer und immer wieder versuchen sie, einander zu übertrumpfen, dass die Liebesgeschichte etwas in den Hintergrund gerät. Die beiden bemerken kaum, dass ihre Abneigung immer mehr zu Freundschaft umschlägt und sie sich schließlich ineinander verlieben. Eigentlich sollte ich hier kritisieren, dass die Liebe zu sehr im Hintergrund bleibt, aber es hat mich ehrlich nicht gestört.

Stattdessen geht es hier viel mehr um den Konflikt zwischen Emi und der Freundin seines Vaters. Das Mädchen ist nicht begeistert von der Vorstellung eine neue Mutter zu haben. Außerdem gibt es einen amüsanten Geschwisterzwist zwischen ihr und ihrem Bruder Oliver, bei dem man auch mehr als einmal herzhaft lachen muss. Darüber kann man die Romanze schon mal vergessen.

Emi ist eine ziemlich außergewöhnliche Protagonistin, denn wer sammelt denn schon skurile Tode in einem kleinen Buch? Mir ist noch niemand untergekommen. Ansonsten ist Emi für eine 15jährige aber doch ziemlich normal. Sie steckt mitten in der Pubertät, aber das merkt man nur sehr wenig. (Ich hätte sie auch etwas älter geschätzt) Sie spricht fließend sarkastisch und auch ihr schwarzer Humor macht sie so richtig sympathisch.

Aber wir wollen Erik mal nicht vergessen. Er ist dieser coole Bad Boy, den Mädels der Schule anhimmeln, der aber eigentlich richtig nett sein kann. Wenn er will. Aber diese Seite von ihm lernt man dann doch erst später kennen. Auch er ist schlagfertig und hat immer einen Spruch auf den Lippen und weiß einfach, sich gegen Emi zu behaupten. Aber sie ist ja auch nicht ohne, weshalb die Spannung zwischen den Beiden einfach grandios ist.


»Für dich soll’s tausend Tode regnen« war definitiv anders, als ich zunächst erwartet habe, aber schlussendlich habe ich Tränen gelacht und viel Spaß mit den beiden Chaoten gehabt. Das Buch ist eine absolute Empfehlung, die gerne humorvolle Bücher lesen. 
Ich danke dem Bloggerportal von Random House für das Rezensionsexemplar!




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