[Blogtour Tochter der Träume und das Vermächtnis der Engelssteine] Tag 4 - Die Geschichte hinter der Geschichte


Hallöchen, ihr Lieben, und willkommen zu Tag 4 unserer Blogtour zu "Tochter der Träume - Land im Schatten" und "Das Vermächtnis der Engelssteine - Blutopal". Heute geht es, wie ihr auf dem Banner schon lesen könnt, um die Geschichte hinter der Geschichte und dafür durfte ich die beiden Autorinnen interviewen.




Hallöchen, ihr beiden. Schön, dass ihr euch die Zeit nehmt, um mir und stellvertretend natürlich auch meinen Lesern ein paar Fragen zu beantworten.Unser Thema heute ist ja bekanntlich »Die Geschichte hinter der Geschichte«, es geht also um den Schreibprozess und alles, was sich hinter den Kulissen zugetragen hat, von dem wir Leser normalerweise nichts mitbekommen. Aber das ändern wir heute und legen auch gleich damit los:

Eure Bücher sind bekanntermaßen mit je 400 Seiten nicht die dünnsten Werke. Da interessiert mich natürlich, wie lange ihr zum Schreiben gebraucht habt und wie lange, bis das Buch in seiner jetzigen Form fertig war.

Saskia
Marie

Also, dazu muss ich sagen, dass der erste Teil der Engelsstein-Trilogie bei mir einen totalen Ausnahmefall darstellt. Ich hatte schon mal mit fünfzehn ein Buch über Engel und Todesengel geschrieben (mit ähnlichen Fähigkeiten und Ansätzen, aber katastrophal ausgearbeitet, sodass ich mich wirklich kaputtgelacht habe, als ich nochmal drüber gesehen habe). Dann, letztes Jahr im Frühjahr, hatte ich die Situation, dass Semesterferien waren, sich alle meine Freunde zuhause oder im Urlaub befanden und meine Familie Skiurlaub oder sonstiges gemacht hat. Ich war komplett allein in Köln, mir war sterbenslangweilig und dann dachte ich mir: Schön, schreib ich eben ein neues Buch. Meine Brüder wollten damals erst was von mir lesen, wenn ich irgendetwas schreibe, wo Krieg und Zerstörung zu finden ist, und da habe ich mich an die Engel-Todesengel-Geschichte erinnert. (Die dann wirklich doch nicht so blutig ist, wie meine Brüder das wohl gerne hätten …)
Kurzum: Ich habe ein paar Ideen aus meiner alten Version übernommen, viele Sachen rausgeschmissen und innerhalb einer Woche dieses Buch geschrieben.
Ich habe aber auch fast nichts anderes gemacht, war total in der Geschichte versunken und ein wenig „besessen“, wenn man so möchte. Das ist bis heute aber auch das schnellste Buch, das ich je geschrieben habe, und ich bezweifle, dass ich das je wieder hinbekommen werde :D. (Ist auch überhaupt nicht gesund für die sozialen Kontakte und … das Leben. Ich glaube, meine Haut hat auch etwas das Sonnenlicht vermisst.)

Bis das Buch dann wirklich in der jetzigen Form fertig war, hat es etwas mehr als ein Jahr gedauert.

Puh, also so von den ersten Anfängen bis zum wirklichen Ende? Da müsste ich jetzt die Jahre zählen … ich habe immer schon geschrieben, immer wieder Geschichten angefangen und dann abgebrochen. Erst als ich dann ein Jahr im Ausland war, habe ich mir die Zeit genommen, mein neues Projekt bis ins kleinste Detail zu planen. Schon vorher formte sich die Welt Mirandor in meinen Gedanken, insgesamt habe ich also sicher erstmal ein Jahr lang über „Gotteskinder“, wie es damals noch hieß, nachgedacht. Eine vollkommen neue Welt mit neuen Völkern, neuen Wesen und neuartiger Magie zu erschaffen, braucht halt seine Zeit :D Aber es hat sich so sehr gelohnt, ich könnte jeden Tag aufs Neue darin versinken. Als ich dann anfing zu schreiben, habe ich etwa 6 Monate für die ersten 100 Seiten gebraucht … die restlichen 300 kamen dann in zwei Monaten hinterher. In meinen ersten Semesterferien zog mich die Geschichte so sehr in ihren Bann, dass ich einfach gar nicht mehr aufhören konnte. Insgesamt hat die Arbeit am ersten Teil „Land im Schatten“ inklusive der dauernden Überarbeitungen (gerade meinen Anfang habe ich bestimmt 100 mal umgeschrieben!) also etwa zweieinhalb Jahre gedauert. Den zweiten Teil „Göttliche Kräfte“ habe ich in nur einem Dreivierteljahr geschrieben. Die ersten 300 Seiten des dritten Teils folgten in 3 Wochen. Diesen pausiere ich aber im Moment, deshalb möchte ich die Zeit nicht weiterzählen :D

Ich habe euch beide ja bereits auf der Buchmesse kennenlernen dürfen und dort hat man euch angesehen, dass ihr richtig gute Freunde seid, aber war das denn auch während des Schreibens so oder habt ihr euch erst durch euren Verlag kennengelernt?

Während des Schreibprozesses meines und Maries ersten Teiles kannten wir uns noch überhaupt nicht (was wirklich ein Jammer ist – wer weiß, wie episch „Blutopal“ dann noch hätte werden können!?). Wir haben uns erst durch den Verlag kennengelernt, uns damals noch zum ersten Mal mit der lieben Sarah Neumann getroffen und dann angefangen, gegenseitig füreinander testzulesen. Was soll ich sagen? Es war Liebe auf das erste Wort! Man braucht als Autor einfach jemanden, der einem ins Gesicht sagen kann: „Saskia, das ist großer Mist, besser bitte!“ Oder: „Saskia, ich habe bereits dreimal geweint und du weißt, was das bedeutet: Es ist einfach nur toll!“

Saskia, Blutopal hätte kaum noch epischer werden können!
Genau, wir kennen uns erst durch den Verlag. Und ich möchte sie keinen Tag mehr missen! Es tut so gut, dass wir wirklich miteinander über unsere Geschichten, Charaktere und Pläne diskutieren können! Außerdem muss ich so nicht mehr meinen gesamten Freundeskreis damit nerven :D Unsere Freundschaft ist einfach nur das Beste, das uns je hätte passieren können. Wir tun beide so viel für die Geschichten des anderen und das soll auch immer so bleiben! Also … es sei denn, ich weine mal nicht bei einem ihrer Bücher. Denn dann ist es ja schlecht. (Das ist inzwischen wirklich zum Maßstab geworden! Wenn ich fertig bin fragt sie zuerst, ob ich geweint hab. Bisher musste ich noch nicht nein sagen, aber wenn ich irgendein anderes Buch gelesen habe bei dem ich nicht weinen musste, dann liest Saskia mittlerweile es gar nicht erst :D)

Wie motiviert ihr euch beim Schreiben?

Mit Schokolade, Rezensionen und den anderen Aufgaben, die ich eigentlich noch zu erledigen hätte, aber fürs Schreiben ja LEIDER verschieben muss. Mich motiviert die Rückmeldung meiner Leser eigentlich am meisten. Wenn jemand begeistert von einem Buch ist, spornt mich das an, die Reihe weiterzuschreiben, und wenn jemand eines meiner Werke kritisiert, spornt mich das an, besser zu werden! Die Schokolade tut dann den Rest …

Ich stimme Saskia zu, Rückmeldungen sind das allerbeste Motivationsmittel. Da mein Büchlein erst einen Monat alt ist, durfte ich leider noch nicht soo viel davon kosten. Mich motiviert vor allem Musik. Ich habe zu vielen Szenen passende Lieder und eigentlich immer eine passende Situation im Kopf, sobald ich irgendetwas von „Two steps from hell“ höre. Das soll jetzt keine Schleichwerbung sein – aber die Musik ist einfach der Hammer! Perfekt, um epische Fantasy-Szenen zu schreiben :D

Wann schreibt ihr am liebsten? Habt ihr eine bestimmte Uhrzeit oder schreibt ihr immer, wenn gerade Zeit ist?

Ich schreibe mittlerweile eigentlich immer, wenn ich Zeit habe. Früher habe ich meistens nachts geschrieben, weil man dann im Mantel der Stille (und der geringen Chance, dass jemand reinplatzt und was von einem will) konzentrierter sein konnte. Aber das könnte ich so jetzt nicht mehr von mir behaupten, vor allem, seitdem ich, um meine Sehnen zu schonen, nicht mehr im Bett schreibe.

Das mit den Sehnen ist ein gutes Argument. Ich habe seit einer Weile auch Probleme mit meinen Daumen, was bei meiner Leerzeichen-Zahl pro Abend ganz und gar nicht gut ist. Ich schreibe nur noch am Schreibtisch und das auch meistens erst, wenn es halbwegs dunkel ist. Schuld daran ist vor allem meine größte Schreib-Macke …

Habt ihr bestimmte Schreib-Macken, wenn man so will? Was darf bei euch auf keinen Fall fehlen, wenn ihr schreibt?

Ich bin ja keine typische „Ich schreibe nur bei Musik“-Autorin (nur bei traurigen, wütenden oder zerstörerischen Szenen brauche ich das), oder „Ich schreibe nur bei Kerzenschein“-Autorin. Ich bin eine „Ich schreibe, was gerade in meinem Kopf ist, und sei es eine Szene aus dem Mittelteil des Buches“-Autorin. Ich habe tatsächlich meistens schon mindestens dreißig Seiten an diversen Szenen verfasst, bevor ich wirklich damit anfange, das Buch zu schreiben. Bei Reihen habe ich oft auch schon Szenen aus den Folgebänden – und das Ende sowieso! Das habe ich meistens als allererstes geschrieben.
Was nicht fehlen sollte, wenn ich schreibe, ist mein Laptop … meine Handschrift ist wirklich furchtbar.

Haha. Ich bin übrigens die typische „Ich schreibe nur bei Musik“- und „Ich schreibe nur bei Kerzenschein“-Autorin! :D Wie oben schon erwähnt motiviert mich vor allem die typische Filmtrailer- und Orchestermusik. Sie wirft mich gleich in meine Welt und meine Szenen hinein. Außerdem – tja, ich habe immer einen großen Vorrat an Schreibkerzen zu Hause :D Mindestens zwei davon stehen immer neben mir. Das beruhigt mich zum einen und hält mich zum anderen davon ab, mich abzulenken. Wer damit Probleme hat, sollte das unbedingt mal ausprobieren! Sobald ich merke, dass mein Blick umherschweift, springt mir die Kerze ins Auge – und erinnert mich daran, dass ich ja schreiben muss. Dann höre ich wieder auf die Musik, bin wieder in Mirandor, und schon kann’s weiter gehen.

Und wie ist das eigentlich, wenn man keine Lust auf das Schreiben hat? Hattet ihr, während ihr an euren Büchern geschrieben habt, Schreibflauten oder sogar -blockaden? Wenn ja, was habt ihr gegen sie unternommen?

Bei „Blutopal“ hatte ich tatsächlich keine Flaute. Aber ich persönlich liebe ja auch Anfänge – die fallen mir immer mit am leichtesten. Der erste Band einer Trilogie ist so viel simpler als der ganze Rest.
Wenn ich aber mal irgendwo feststecke, wechsele ich das Zimmer oder schreibe an etwas anderem, um meinen Kopf von dem Plotproblem oder sonstigem loszubekommen. Neuerdings geh ich immer in ein Café, da fühle ich mich beobachtet und bin quasi dazu gezwungen, geschäftig zu wirken – was ich dann auch meistens bin. So eine richtige Schreibblockade hatte ich noch nicht und Stephen King hat mal gesagt, dass ein richtiger Autor auch dann schreibt, wenn er gerade nicht kreativ ist und eigentlich keine Lust hat. Nach dem Motto lebe ich zurzeit. Und wenn ich angefangen habe, kommt die Lust dann von allein 

Beim ersten Teil meiner Trilogie war ich ehrlich gesagt so unerfahren, dass ich so was wie eine Schreibflaute gar nicht kannte :D Da hat mich eher das Überarbeiten fertiggemacht, weil ich ja (Danke, Saskia!) Anfänge hasse. Damit bin ich einfach nie zufrieden und schreibe sie ganz oft um.
Die erste richtige Blockade hatte ich beim Schreiben des dritten Teils, nachdem die ersten 300 Seiten fertig waren. Ab da geht es so richtig an den „finalen Kampf“ – was natürlich auch heißt, dass ich einige … unschöne Dinge schreiben muss. Das hat mich selbst ziemlich mitgenommen, ich bin da ganz schön nah am Wasser gebaut und dann auch noch meine eigenen Figuren … hach, das war schrecklich. Jetzt habe ich die Kämpfe so weit fertig geschrieben und schon kommt der nächste Cut. Jetzt fehlt mir nur noch das wirkliche Ende, die Aufklärung. Ich muss ehrlich sagen, dass ich eine unfassbare Angst davor habe, wirklich „fertig“ mit dieser Trilogie zu sein. Ist ja auch meine erste :D In solchen Situationen hilft es mir, mich dazu zu zwingen, das Manuskript erst mal wegzulegen. Bis ich es nicht mehr aushalte und unbedingt weiter schreiben will :D

Nach der Rohfassung folgt die Überarbeitung mit allen seinen Hochs und Tiefs. Man liest das Geschriebene und verbessert es. Oder man verzweifelt daran. Wie war das bei euch? Habt ihr euch mit Feuereifer auf die Überarbeitung gestürzt oder seid ihr daran verzweifelt?

Auf die erste Überarbeitung freue ich mich immer total, weil ich da meistens schon vergessen habe, was ich am Anfang geschrieben habe und ich dann die Geschichte nochmal selbst neu erleben kann – außerdem kann ich nach der ersten Überarbeitung am besten einschätzen, was ich da eigentlich qualitativ produziert habe. Das ist manchmal ernüchternd, oft aber auch einfach ein stolzes, schönes Gefühl, weil man ja doch viel Zeit und Herzblut investiert hat. So richtig verzweifelt bin ich bis jetzt nur einmal an einer Überarbeitung – allerdings nicht an den „Engelssteinen“. Das ist dann eine Geschichte für ein anderes Mal! 

Teils teils. Verzweifelt bin ich nur beim Anfang. Den hasse ich ja. Aber als der dann eeendlich stand, ging der Rest total schnell  Bei mir geht es beim Überarbeiten vor allem darum, Dinge einzubauen, die mir noch eingefallen sind – kleine Details, die der Geschichte noch mehr Tiefe verleihen. Wer „Tochter der Träume“ schon gelesen hat, weiß, dass ich diese Details liebe. Und ich kann euch versprechen, dass sie am Ende alle einen Sinn haben! Ansonsten kürze ich eigentlich nur noch etwas. Ich bin eher der Typ, der viel zu viel schreibt. Teil zwei steht übrigens bei knapp 580 Normseiten :D

Bekanntermaßen fallen in der Überarbeitungsphase auch Dinge auf, bei denen man sich im Nachhinein denkt: »Wie konnte ich nur so etwas schreiben?«. Gibt es witzige Schreibfails, die ihr mit uns teilen möchtet?

Ich weiß noch, dass ich bei „Blutopal“ am Anfang für „Schild“ immer den falschen Artikel benutzt habe. Und zwar „das“ Schild, anstelle von „der“ Schild – was ja schon ein kleiner, feiner Unterschied ist. Mein Lieblingsfehler war auch „Nachtisch“ anstelle von „Nachttisch“. In meiner Ur-Engelssteinversion (die von vor etlichen Jahren) konnte Ella auch mal die Zeit anhalten. Das war sehr amüsant, als ich in der neuen Version diese Fähigkeit einmal aus Versehen eingesetzt habe und mir beim ersten Überarbeitungsdurchgang nur dachte: „Hmh. Kann die das? Wieso kann die das? Das sollte die doch gar nicht können! Das macht mir doch den ganzen Plot kaputt! Hör auf, Ella, so gut bist du nicht!“

Jaa, da gibt es was :D Wie oben schon gesagt, liiebe ich tolle Details. Und gerade bei Teil eins war das einfach so, dass ich viel Kleinkram einfach eingebaut habe und mir dachte „Ach, da findest du schon noch eine Erklärung für!“ … das hat immer geklappt, bis auf ein einziges Mal :D Da gibt es so eine Wiese, die Leyna und Sivan auf dem Weg zum Tempel überqueren. Die war irgendwann mal ganz bunt mit Blumen übersäht, und als sie dann auf dem Rückweg noch mal da lang reiten, waren alle roten Blumen weg! Haha! Klingt genial, nicht wahr? … das dachte ich zumindest, bis mir meine Lektorin dranschrieb, was das denn für einen Sinn hätte. Da musste ich leider zugeben, dass ich keinen gefunden hatte, also wurde die Passage gelöscht :D

Reden wir nun über Testleser. Für die einen ein wichtiger Teil des Schreibprozesses, für die anderen eher unnötig. Wie steht ihr zu Testlesern? Hattet ihr welche und wenn ja, was haben diese zu euren Büchern gesagt?

Ich habe einen engen Zirkel an wenigen Testlesern, die ich auch sehr wichtig finde, um erste Meinungen, Kritikpunkte und Einschätzungen einzuholen. Das sind so drei, vier Stück. Mit dem eigentlichen Schreibprozess haben sie aber nicht viel zu tun (außer Marie, wenn ich wissen will, ob der Plot so stimmig ist oder nicht). Ich kann es aber eigentlich absolut nicht leiden, meinen Testlesern schon was zum Lesen zu geben, bevor das Buch fertig ist – das mache ich nur, wenn ich super unsicher bin und meine Sorge bestätigt oder wiederlegt brauche (Und dann geht eigentlich auch wieder nur was an Marie, weil sie weiß, wie ich schreibe und was gut und schlecht von mir ist).

Ich weiß noch, dass ich die Rohfassung von Blutopal an eine meiner kritischsten Freundinnen damals geschickt hatte, die das Buch innerhalb einer Nacht durchgelesen hat – ich war in meinem Leben noch nicht so erleichtert, weil ich davor ja noch nie was mit Fantasy am Hut hatte und sie mit Kritik wirklich nicht hinterm Zaun hält. Ich glaub, die allgemeine Meinung war, dass Gabe heiß ist … mehr muss dazu auch nicht gesagt werden … :D

Um ehrlich zu sein hatte ich für den ersten Teil eigentlich nur Saskia – und meinen Freund. Der hatte schon während meines Auslandsjahres immer die ersten Entwürfe gelesen, weil niemand sonst wusste, dass ich wirklich ernsthaft an einem Buch arbeite. Und ich muss sagen, dass mir Saskia allein fast schon gereicht hat :D Mit ihr stundenlang über den Plot zu diskutieren ist wirklich Gold wert, gerade weil sie vollkommen in meine Pläne eingeweiht ist. Für den zweiten Teil habe ich jetzt neben ihr noch zwei weitere Testleserinnen, die eben nicht eingeweiht sind. Das ist mir vor allem wichtig, um zu sehen, wie die Figuren und Szenen wirken, wenn man nicht weiß, was sie bewirken sollen. Um einen guten ersten Leseeindruck zu bekommen sind Testleser also wirklich wichtig, aber um diesen dann wirklich zu verbessern, braucht man einfach jemanden, der wirklich Ahnung hat. Und da hilft ein „Mariie, du musst ihn mehr leiden lassen! Und zwar, in dem du …“ von Saskia deutlich mehr, als ein „Oh, den Charakter mag ich.“

Und noch eine letzte Frage als krönenden Abschluss: Saskia, für dich ist die Arbeit mit dem Lektorat ja nichts Besonderes mehr, da du schon das ein oder andere Buch veröffentlicht hast. Für dich, Marie, ist es das erste Mal. Hattet ihr unterschiedliche Herangehensweisen, als es um den Feinschliff und das Lektorat eurer Romane ging?

Ich glaube, das Lektorat wird immer etwas Besonderes bleiben, weil man sich jedes Mal darauf freut und gleichzeitig furchtbare Angst davor hat. Ich habe ja immer geglaubt, ich komme mit Kürzungen gut zurecht – aber nein, ich kann mich nur sehr erfolgreich selbst belügen! Ich atme immer einmal durch, bevor ich die erste Einschätzung bekomme und versuche für Kritik und Änderungsvorschläge offenzubleiben. Ich bin nicht perfekt und will an mir arbeiten und besser werden, deswegen wäge ich wirklich jede kleinste Anmerkung ab und diskutier dann eine Runde mit mir selbst. Meistens ist nämlich an gut begründeter Kritik etwas dran und wenn man sich als Autor zu sehr auf das versteift, was man selbst für am besten hält, dann wird man schnell betriebsblind. Also versuche ich immer möglichst offen und unvoreingenommen an ein Lektorat zu gehen. Bis jetzt hat das auch immer gut geklappt und ich hatte das Gefühl mit einem besseren Text aus dem Lektorat herauszugehen.

Das Lektorat hat unfassbar viel für meinen Text getan. Gerade, weil es mein allererstes Buch ist, mache ich halt noch kleine Fehler, die einfach Übungssache sind. Das fängt mit unnötigen Füllwörtern an und hört damit auf, dass vor jedem „…“ ein Leerzeichen gesetzt werden muss. So etwas muss man einmal wissen und dann kann man es besser machen. Meine Lektorin hat mir sehr geholfen und „Tochter der Träume“ viel flüssiger gemacht. Ich freue mich schon darauf, den zweiten Teil mit ihr durchzugehen! Wobei auch ich sagen muss, dass es wirklich auf die Änderung ankommt, ob ich sie annehme oder nicht. Manche Dinge sind auch einfach Stil oder müssen so sein, damit irgendetwas später einen Sinn ergibt. Inhaltlich war in meinem ersten Teil zum Beispiel alles stimmig, eigentlich wurde vor allem gekürzt – ganze zehn Normseiten weniger waren es am Ende :D Aber das ist es auf jeden Fall wert. Ich kann nur jedem empfehlen, wirklich viel in das Lektorat zu investieren! Es ist das Beste, was man für seinen Text tun kann. 

Vielen Dank für eure Zeit, ihr Zwei. Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Beantworten der Fragen.

Wenn ihr die Bücher jetzt auch unbedingt lesen müsst, dann findet ihr im Folgenden alle Infos samt Links zum Verlag, um sie euch sofort zu holen. ;-) Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.





Preis: 12,90 €

Einband: Taschenbuch

Seitenanzahl: 400

Altersempfehlung: ab 14

Meine Wertung: 5 Schmetterlinge

Reihe: Tochter der Träume #1

Verlag: Eisermann Verlag

Will ich kaufen!






Preis: 12,90 €

Einband: Taschenbuch

Seitenanzahl: 400

Altersempfehlung: ab 14

Meine Wertung: 4 Schmetterlinge

Reihe: Das Vermächtnis der Engelssteine #1

Verlag: Eisermann Verlag

Will ich kaufen!










Um in den Lostopf zu springen, beantwortet einfach folgende Frage:

Wie stellt ihr euch den Alltag eines Schriftstellers vor?
Wenn ihr einen Blick hinter die Kulissen riskieren und euren Lieblingsautor beim Schreiben beobachten könntet, was würdet ihr erwarten, dort zu sehen?


Teilnahmebedingungen
Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Eltern.
Versand nur innerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für den Postversand wird keine Haftung übernommen.
Das Gewinnspiel endet am 04.12.2016 um 23:59 Uhr. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt man sich im Gewinnfall bereit, öffentlich namentlich am Ende der Blogtour genannt zu werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Keine Barauszahlung des Gewinnes möglich.
Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung mit Facebook und wird nicht von Facebook organisiert.




28. November 2016
Die Bücher und die Autorinnen

29. November 2016
Die Protagonisten und Crossover-Szene 1

30. November 2016
Götter und Gotteskinder
Engel und Todesengel

1. Dezember 2016
Die Geschichte hinter der Geschichte
Hier bei mir!

2. Dezember 2016
Die Finessen des Kampfes

3. Dezember 2016
Die Nebencharaktere und Crossover-Szene 2

4. Dezember 2016
Testbericht zu den Charakteren
Die Bücherfreaks




Kommentare:

  1. Hm, der Alltag eines Schriftstellers... Das ist irgendwie gar nicht so leicht :D Ich nehme mal an, im Normalfall hat der auch ein Leben und hängt nicht nur an der Tastatur oder im Notizbuch *hust* (Gibt aber bestimmt auch Schriftsteller ohne Leben xD)
    Beim Schreiben selbst gibt er wahrscheinlich nicht all zu viel zu sehen außer dem Tippen auf der Tastatur (oder auch nicht. Schreibflaute, hallo!). Ich weiß noch nicht mal, an welchen Lieblingsautor ich grade denken soll ^^ Aber ich denke wirklich, dass das von Schriftsteller zu Schriftsteller verschieden ist und jeder so seine Macken hat. Manche (und ich schaue jetzt niemanden an, Anni) fressen zum Beispiel die ganze Zeit Kekse xD

    ~Cara <3

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  2. Ich würde ja zugerne einmal die Sabine Niedermayr über die schulter schauen wollen da sie in verschiedenen Genres schreibt und immer auch so verdammt kreativ ist denn auch selbst ihre bilder in den büchern mal sie selbst und zudem ist sie einfach nen verdammt herzensguter lustiger mensch und ich glaube sie kann eine immer wieder beeindrucken und bei laune halten! :-)

    Ich stelle es mir einfach neu und als ein besonderes Erlebnis vor. :-)

    Gerne auch weiter heute mein glück für die printausgaben versuche... VLG Jenny

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  3. Elisabeth Schmidt1. Dezember 2016 um 11:09

    Wie immer gelungener Beitrag ;)

    Fuu dass ist aber eine schwere Frage.
    Ich stelle mir den Alltag eines Autors ziemlich stressig und irgendwie aufregend vor, voller Abenteuer mit den erschaffenen Charakteren und unheimlichen Ärgernissen, wenn es nicht so läuft beim Plotten wie geplant :D.
    So in etwa würde ich es mir auch bei meiner Lieblingsautorin vorstellen, fleißig am schreiben mit einer großen Tasse Kaffee und gelegentlichen Flüchen, wenn es mal nicht so läuft wie geplant xD.

    Piece und out!

    Elisabeth

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  4. Hallo :)

    Ich kann mir vorstellen, dass es ein Autor nicht immer leicht hat. Man braucht Ruhe um zu schreiben, muss viele Ideen haben und auch noch Verlage etc. finden. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die Schriftsteller viel unternehmen und vielleicht das ein oder andere Abenteuer suchen. Wie sollen sie schließlich sonst an die ganzen Ideen für ihre Bücher kommen... ;)
    Danach kann ich mir vorstellen, dass sie sich mit einer Tasse Tee und ein paar Knabbersachen vor ihren PC oder Laptop setzten und loslegen, die Ereignisse aus ihrem Leben aufzuschreiben. :)

    Liebe Grüße
    Alicia
    (alicia@joerg-neu.de)

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  5. Hallo und vielen Dank für diesen tollen Beitrag.
    Ich denke, es gibt sehr unterschiedliche Schreibtypen. Es fängt bei der Planung der Charaktere an, manche bevorzugen Schaubilder auf Papier, manche eher die digitale Version. Einige schreiben gerne bei absoluter Stille und an ruhigen Orten, andere stört das drumherum nicht.
    Ich persönlich stelle mir den Alltag sehr vielseitig vor, von Recherche über kreative Zeiten, dem Hibbeln wenn man auf die kritische Stimme des Lektorats wartet bis hin zu den spannenden Kontakten zur Fanbase.

    Liebe Grüße
    Martina Suhr
    martina.suhr@gmail.com

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  6. Huhu liebe Anni!

    Ehrlich gesagt stelle ich mir den Alltag eines Autoren zu beobachten nicht so spannend vor...zumindest nicht, wenn ich nur Zuseher sein darf. Wenn ich selbst Autor wäre, wär das gaaaanz anders. ;) Dürfte ich nebenher auch schon ein wenig was lesen, wäre das auch sehr cool.

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥♥

    bookblossom@yahoo.com

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  7. Freie Zeiteinteilung, aber trotzdem sehr stressig, wegen Abgabeterminen usw.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  8. Flavia Niederberger2. Dezember 2016 um 12:44

    Da ich selber auch schreibe und viele kenne, die das auch tun, weiss ich, dass der Schreibprozess sehr individuell ist. Es gibt solche, die können täglich und regelmässig schreiben und andere, die sind eher sprunghaft. Von Autoren erwarte ich meist, dass sie auf irgendeine Weise schusselig sind. Die meisten, die ich kenne sind ein bisschen chaotisch und gewissermassen verpeilt. :)

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  9. huhu

    würde sagen sind genau wie wir leseratten und lesen bücher um sich geschichten auszudenken die es nicht gibt haben viele notizen auf ihren tisch und ein leben neben dem schreiben

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  10. Hallo,

    ich glaube, dass der Alltag gar nicht so toll ist, wie man ihn sich vorstellt. Ich denke, dass auch ein Autor sehr konzentriert und planvoll an seinen Arbeit gehen muss und jeden Tag (soweit es möglich ist) eine bestimmten Textlänge schaffen muss...

    LG

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Ich freu mich über jeden Kommi :)