[Rezension] Die Legende von Enyador von Mira Valentin




Preis: 3,99 €

Einband: E-Book

Seitenanzahl: 382

Altersempfehlung: ab 14

Meine Wertung: 5 Schmetterlinge

Reihe: Enyador #1

Verlag: /

Will ich kaufen!






Vier Königssöhne. Vier Wünsche. Ein Schicksal.
***
Seit Jahrhunderten kämpfen in Enyador Elben, Drachen und Dämonen um die Macht. Die Menschen wurden von den Elben unterworfen, ihre Erstgeborenen als Sklaven in den Krieg gegen die Drachen geschickt. Doch Tristan, ein Waisenjunge, widersetzt sich seinen Unterdrückern, anstatt an deren Grausamkeit zu verzweifeln. Dadurch löst er eine Reihe von Ereignissen aus ... und eine uralte Prophezeiung erwacht zu neuem Leben.
(Quelle und Bildcopyright liegen bei Mira Valentin)



Man sieht es auf den ersten Blick: Der Covergott war mal wieder am Werk und hat ein wunderbares Gewand für den High-Fantasy-Reihenauftakt von Mira Valentin geschustert. Als Hauptfarbe dominiert ein dunkles Grün und als würde man durch ein rundes Fenster in eine andere Welt blicken – nach Enyador – sieht man eine felsige Landschaft und einen Drachen, der in die Luft aufsteigt.

Obwohl ich wohlgemerkt, kein Fan von High-Fantasy bin – und auch die meisten High-Fantasy-Cover nicht mag – habe ich mich im ersten Moment in dieses Cover verliebt. Und in die Geschichte dahinter ebenso.


Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Echt nicht! Mir fehlen die Worte, um auch nur ansatzweise zu beschreiben, was ich fühle und wie ich den ersten Teil der Saga finde, aber das ist gut! Denn es bedeutet, dass mich »Die Legende von Enyador« genauso mitgenommen und emotional fertig gemacht hat wie die »Talente«.

Eigentlich bin ich ja kein Fan von High-Fantasy und kann fremden Welten nur selten etwas abgewinnen, aber ich bin hin und weg. Selbst, wenn es euch genauso geht, schmeißt all eure Zweifel über Bord und wagt euch zusammen mit Tristan, Kay, Agnes und Co. nach Enyador!

Ich gebe zu, am Anfang bin ich – obwohl ich es wusste – vom Schreibstil irritiert gewesen, denn Mira erzählt nicht, wie bereits von ihr bekannt, aus der ersten Person und in der Gegenwart, sondern nutzt die personelle Erzählperspektive und schreibt in der Vergangenheitsform. Das allein schon gibt dem Buch ein ganz anderes Feeling. Darüber hinaus wechselt sie kapitelweise den Handlungsstrang, führt neue Figuren ein, denen der Leser folgt und was das beste ist: Alle Handlungsstränge stehen auf einer Ebene! In meinen Augen sind alle gleich interessant und aufregend und jeder hat seinen ganz eigenen Charm, so dass man nach einem Kapitel nicht aufstöhnt, weil jetzt ein uninteressanter Teil kommt. Nein, denn uninteressant gibt es nämlich schon mal gar nicht!

Die Geschichte beginnt im Prolog mit der titelgebenden Legende von Enyador, damit der Leser sich langsam in die neue Welt hereinfinden kann, aber direkt danach wird man direkt hineingeworfen. Unser erster Protagonist ist Tristan, ein Waisenjunge und Sklave, der von den Elben in den Krieg gegen die Drachen geschickt werden soll.

Schon am Anfang lernen wir Agnes und Kay, die beiden Geschwister, bei deren Familie Tristan aufgewachsen ist, kennen und schnell wird klar, dass jeder von ihnen eine wichtige Rolle spielt. Ihre Stränge gehen schnell auseinander und sie treffen auf weitere Menschen, Elben, Drachen und Dämonen, die wiederum in einer Art und Weise mit unseren anderen Protagonisten zusammenhängen.

Im Prinzip besteht dieses Buch aus Reisen, Suchen und Finden. Nur passiert an jedem Ende so viel, dass das »Finden« sich als gar nicht so leicht herausstellt. Vor allem in der ersten Hälfte werden sehr viele wichtige Charaktere eingeführt, die den Leser bis zum bitteren Ende begleiten, jeder mit seinen eigenen Eigenarten, Stärken und Schwächen und niemand, wirklich niemand, ist nicht wichtig für die Geschichte. Niemand wird übersehen oder spielt nur am Rande mit.

Ihr seht schon, zur Handlung lässt sich nur wenig sagen, aber bei so einer komplexen Geschichte würde jegliche Info bloß zu Spoilern führen und doch kann ich verkünden, dass alles, was passiert – und das ist eine ganze Menge – einen Sinn hat und am Ende alle Stränge zu einem sinnvollen Schluss zusammenlaufen – mal ganz davon abgesehen, dass es ein Schluss ist, nach dem man unbedingt weiterlesen möchte.

Das gleiche gilt für die Charaktere. Viele von ihnen sind zu komplex, haben einen Hintergrund, der viel zu weit verwurzelt ist, um hier einen Platz zu finden oder sind schlichtweg nicht die, die sie vorgeben zu sein. Tristan zum Beispiel scheint auf den ersten Blick nicht viel mehr zu sein, als ein Waisenjunge, der sein Leben lang wusste, dass man ihn eines Tages anstelle von Kay in den Krieg, also in den sicheren Tod, schicken würde. Aber auf den zweiten Blick beweist er Mut, Durchhaltevermögen und Nächstenliebe.

Kay sollte sich eigentlich freuen, dass er nicht in den Krieg ziehen muss, aber stattdessen macht er sich selbst auf den Weg, um ihn und seine Schwester zurückzuholen. Er hat von allen dort sicher noch den besten Weggefährten, die Ziege. Fürs Protokoll: Ich liebe diese Ziege!

Aber neben den menschlichen Protagonisten gibt es auch noch die elbischen, nämlich Isora und Istariel, die beide ganz andere Ziele verfolgen. Die beiden Königskinder kennen keine Armut, mussten nie um ihr Leben bangen und doch führen ihre Wege sie erst in ganz unterschiedliche Richtungen, um ihr Schicksal zu besiegeln. Welches das ist, sag ich hier natürlich nicht.

Und zum Schluss noch die Drachen. Schuppige, echsenartige Wesen mit Flügeln, die Feuer speien können, richtig? FALSCH! Aufgrund der Spoilergefahr darf ich leider nicht mehr sagen, aber ihr werdet sie lieben und euer Bild von Drachen auf jeden Fall noch einmal überdenken.

Oh, und am Ende angelangt, werdet ihr Mira Valentin verfluchen. Übrigens erscheinen die einzelnen Bände immer zu den Buchmessen, also werden wir bis dahin wohl warten und Däumchen drehen müssen.


»Die Legende von Enyador« gehört auf jeden Fall zu meinen JAHREShighlights von 2017. Die Geschichte hat mich gepackt, nach Enyador entführt und dort bleibe ich wohl, bis ich die letzte Seite gelesen habe. Es ist spannend, emotional, geht unter die Haut und ist definitiv ein neues Meisterwerk der Autorin. Ich vergebe 5 von 5 Schmetterlingen (Schließlich hab ich noch 2 Teile um die Lieblingsbuchwertung auszupacken.)


1 Kommentar:

  1. Hallo Anni,
    mich hat Enyador auch gleich in den Bann gezogen. Ich mag besonders die Vielseitigkeit der Welt und der Figuren. Genau wie du es selbst auch sagst, hat man zwar in jedem Kapitel was anderes erlebt, aber alles war spannend und durch die neuen Dinge, die man erlebt hat, interessant. Ich freu mich schon jetzt auf die fortsetzung :)
    Lg Dana

    AntwortenLöschen

Ich freu mich über jeden Kommi :)