[Rezension] Glück ist unberechenbar von Lisa-Doreen Roth




Preis: 4,99 €

Einband: E-Book

Seitenanzahl: 300

Altersempfehlung: ab 14

Meine Wertung: 2 Schmetterlinge

Reihe: /

Verlag: El Gato

Will ich kaufen!






Ein schönes Zuhause, ein sicheres Einkommen, eine kleine Tochter und viele Freunde. Ina liebt ihr Leben in Hamburg mit Oliver, in dem Glück und Zufriedenheit regieren.
Ein Autounfall bringt diese heile Welt ins Wanken.
Nach dem Unfall ist Oliver seltsam verwandelt. Seine Unbeherrschtheit und charakterlichen Veränderungen bringen Ina völlig zur Verzweiflung.
Oliver gefährdet seine Existenz, zerstört fast seine Ehe, seine Freundschaften und ist Zeuge eines Mordes.
Ina kämpft wie besessen um ihre Ehe, aber plötzlich ist auch noch Bea im Spiel.
Hat Oliver bei jenem Unfall außer einem Schock und einer Gehirnerschütterung Schlimmeres erlitten? Oder führt er schon seit langem ein Doppelleben, von dem Ina nichts weiß? Sie wendet sich hilfesuchend an ihren früheren Schulfreund Moritz, der in München als bekannter Neurochirurg arbeitet.
Wirklich Lieben bedeutet viel Arbeit und Kampf.
Soll Ina Oliver noch eine zweite Chance geben?
(Quelle und Bilcopyright liegen beim El Gato Verlagshaus)



Das Cover ist sehr schlicht gehalten. Vor einem Hintergrund in verschiedenen Rosa-Tönen sieht man schwarze Sillouetten von zwei Menschen – einem Mann und einer Frau – die auf einem Hügel sitzen, voneinander abgewandt mit einem Baum zwischen sich, dessen Äste ein Herz bilden. Im Himmel steht der Titel geschrieben.


Ich bin verwirrt! So ging es mir nach drei Kapiteln, als ich das Bedürfnisse hatte, diese Rezi so zu beginnen, aber genau so war’s. Das Buch ist zum einen aus der Sicht von Ina (Ich-Erzähler) und zum anderen aus Olivers Sicht (Er-Erzähler) geschildert – so weit so gut, aber wenn sich beide Sichten in einem Kapitel vereinen, dann hörts bei mir auf, denn auf einmal fühlt Oliver Dinge aus der Er-Sicht und dann steht auf einmal Ina in der Ich-Sicht auf. Es kommt so rüber, als wüsste sie das, was Oliver fühlt einfach so, was natürlich nicht sein kann und mich gewaltig hat stolpern lassen. Und das ist nicht die einzige Stelle. Oh Himmel, liebe Lisa-Doreen, was hast du da gemacht?

Soll ich euch mal die Handlung zusammenfassen? Okay, ich mach das einfach mal. Es ist so: Ina und Oliver sind mit ihrer Tochter Julie eine glückliche Familie. Eigentlich. Aber dann gerät Oliver in einen Unfall und hat seitdem Stimmungsschwankungen und anhaltende Kopfschmerzen. Sie streiten viel und … das war es eigentlich schon.

Na gut, nicht ganz, aber ich will ja nicht spoilern.

Aber ich versteht schon, oder? Da passiert nicht viel. Die Handlung plätschert fröhlich vor sich hin. Es wird nicht sonderlich spannend oder romantisch oder tragisch. Es gibt keine Hooker, die Lust auf das weiterlesen machen und allgemein ist die Handlung, die da ist, nicht sonderlich ereignisreich. Sie ist eher oberflächlich erzählt und besitzt keinen richtigen, roten Faden. Es gibt Bücher, da funktioniert das, keine Frage. Wenig Handlung, dafür der Fokus auf der Charakterentwicklung – aber hier war keine Entwicklung. Die Rechnung geht nicht auf.

Kommen wir nun zu den Charakteren:
Ina ist unsere Protagonistin. Sie ist Hausfrau und Mutter und irgendwie ist es schon niedlich, dass sie sich um ihre Familie bemüht, aber ihre Handlungen wirkten auf mich meist eher … naiv. Naiv oder gar dumm. Ich konnte sie selten weder nachvollziehen noch wollte ich das. Was mich bei ihr am meisten aufgeregt hat, ist allerdings die Szene, wo sie Julie "modisch" kleidet. Ihre Tochter ist gerade einmal 18 Monate alt. Sie muss nicht aussehen, wie ein Modepüppchen, verdammt!
 
Aber sie ist nichts im Vergleich zu ihrem Mann. Bei Olivers Stimmungsschwankungen hat man oftmals das Gefühl, dass er schwanger ist oder so. Es ist einfach unbegreiflich, wie jemand in der ersten Minute ein liebender Vater, in der zweiten ein streitsüchtiger A*** und in der dritten total reumütig sein kann. Zwar wird das geklärt, aber ganz zufrieden bin ich mit den Gründen auch nicht. In meinen Augen ist das keine Rechtfertigung für alles, was er abzieht und wie Ina ihm das verzeiht – ich sagte, sie ist naiv – verstehe ich ebenso wenig. Zumindest weiß ich jetzt, was Oliver beruflich macht, denn man wird diesbezüglich richtig mit Infos überschüttet. Ein einfaches "Er ist Lektor." hätte genügt, aber Ina hat uns Lesern erstmal die Arbeitsweise in einem Verlag erklärt. Als Verlagsstudentin wusste ich das schon, gebe ich zu, aber ich glaube kaum, dass es Leser interessiert, was die wichtigsten Abteilungen in einem Verlag sind.

Grundlegend gesagt, sind die Charaktere einfach total flach und unterinteressant. Es macht keinen Spaß, ihre Geschichte mitzuverfolgen und ja, es ist ein Kampf gewesen, bei dem ich froh bin, dass er vorbei ist.

Einen Pluspunkt habe ich aber dennoch: Julie! Das kleine Töchterchen von Ina und Oliver. Sie ist einfach so knuffig, aber trotz ihr reicht es nicht für mehr als das.


Leider gewinnt dieses Buch bei mir keinen Blumentopf. Es war ein scheinbar endloser Kampf gegen eine nicht existente Handlung und oberflächliche Charaktere, bei dem ich nur wenig Positives gefunden habe. Das wird wohl der Flop des Jahres.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freu mich über jeden Kommi :)