[Rezension] Nightmare von Sara Metz




Preis: 1,49 €

Einband: E-Book

Seitenanzahl: 366

Altersempfehlung: ab 14

Meine Wertung: Lieblingsbuch

Reihe: /

Verlag: Papierverzierer

Will ich kaufen!






March ist sechzehn und weiß, was nach dem Tod geschieht. Bereits seit ihrer Geburt kann sie sich daran erinnern, wohin die Menschen nach ihrem Ableben gehen. Eines Nachts klopft ein alter Bekannter an ihr Fenster und bittet sie um Hilfe. Schnell stellt sich heraus: Jonah ist vor sechs Jahren ums Leben gekommen und aus der Welt geflohen, die man auf der Erde den »Himmel« nennt. Während sich die beiden gegen die Herrscher der Totenwelt wehren, müssen sie sich auch irdischen Gegnern stellen. Unter anderem Nightmare, dem maskierten Rächer, der die Stadt ins Chaos stürzt …
(Quelle und Bildcopyright liegen beim Papierverzierer Verlag)


Das Cover zeigt eine dunkle Landschaft, die mich entfernt an eine kahle Wüste erinnert mit einem leuchtendgelben Streifen am Horizont. Über dem großflächigen Titel kann man den Mond sehen. Das Besondere an diesem Mond: Er hat ein Smiley-Gesicht. Was auf den ersten Blick sehr skuril aussieht, hat eine wahnsinnig wichtige Bedeutung im Buch. Die Wolken im Hintergrund tragen auch den gleichen Gelbstich, so dass das Cover von der Farbgebung her sehr harmonisch wirkt, wenn auch außergewöhnlich. Ein besonderes Cover für eine besondere Geschichte.


Nachdem meine Mitbewohnerin dieses Buch damals testgelesen und als »Das Beste, was Sara jemals geschrieben hat« bezeichnet hat, war ich sehr gespannt, auf das neuste Werk aus der Feder der Autorin. Ihre anderen beiden Bücher kenne ich ja bereits und selbst da blieb kein Auge trocken.

Wie immer ist der Schreibstil der Autorin sehr angenehm flüssig zu lesen, aber er hat dennoch etwas Besonderes, was man sonst in kaum einem Roman findet. Diese bestimmte Prise Humor und Abgedroschenheit machen ihre Bücher immer wieder zu einem Leseerlebnis, das sich kaum vergleichen lässt.

Sara hat sich hier mit einem in meinen Augen sehr heiklem Thema auseinandergesetzt: Nämlich dem Tod und was danach geschieht. Alles beginnt mit March, deren Leben eigentlich relativ normal ist. Sie geht zur Schule, hat kleine Geschwister, um die sie sich kümmern, indem sie sie von der Schule abholt, Freunde, eine Familie. Nichts Ungewöhnliches. Bis eines Nachts auf einmal Jonah in ihrem Zimmer sitzt und ihr erzählt, dass er tot und aus dem Himmel geflohen ist. Dass die Himmelswächter ihn suchen und er fliehen muss.

Natürlich begleitet March ihn und auf ihrem Weg lernen sie weitere teils normale, teils skurile Personen kennen, die es dem Leser aber ungemein leicht machen, sie ins Herz zu schließen. So wie Ferdi mit seinen Fischstäbchen, Lola, Teo und natürlich Nightmare. Viel über die Herschaften kann ich euch aufgrund der Spoilergefahr nicht erzählen, aber ich verspreche euch: Ihr wollt sie selbst kennenlernen und in ihre Welt eintauchen.

Vor allem Nightmare selbst ist ein faszinierender Charkter mit einer ungeahnten Tiefe und einer so tragischen Geschichte, dass man ihn am liebsten in den Arm nehmen und trösten möchte – auch wenn er leidenschaftlich gern Häuser anzündet. Aber obwohl er der titelgebende Charakter ist, würde ich ihn nicht als Protagonist bezeichnen. Diese Posten haben eindeutig March und Jonah inne. Es geht schließlich um ihren Kampf gegen den Himmel.

Wer bereits mindestens ein Buch von Sara gelesen hat, der weiß, ihre Charaktere entsprechen selten einer Norm und genauso ist es auch bei »Nightmare«. Man kann March und Jonah schlecht in eine Schublade stecken, weil sie so facettenreich sind, aber gerade das ist es, was Saras Bücher zu etwas ganz Besonderem macht. Die außergewöhnlichen Figuren, die Dialoge, die diese miteinander führen und außerdem schafft sie es immer wieder, auf einen bestimmten Umstand aus ihrem Debüt »A Hero’s Soul« anzuspielen. Welcher das ist, verrate ich euch aber nicht. Dafür müsst ihr schon alle ihre Bücher lesen, was ich euch übrigens nur empfehlen kann.

Rechnet bei »Nightmare« übrigens nicht mit einem schönen Happy End, denn seien wir mal ehrlich: Das wäre zu einfach und absolut nicht Saras Stil. Dafür bekommen wir hier ein Ende, bei dem einem das Herz stehenbleibt, man gar nicht mehr weiß, was richtig und was falsch ist, bevor die Geschichte schließlich zu einem absolut perfekten Schluss kommt.


Ich kann hier echt nur den Hut ziehen. Sara Metz hat sich mit »Nightmare« einen Platz in meinen Jahreshighlights erkämpft. Mehr bleibt nicht zu sagen.
Ich danke dem Papierverzierer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!




1 Kommentar:

  1. Hallo Anni,

    ebenso abgefahren wie das Cover ist wohl auch dieser Roman, wie mir scheint.

    Schon beim Lesen Deiner Info dazu beschleicht mich eine kleine Gänsehaut....werde den Roman im Auge behalten.

    Von diesem Verlag habe ich schon "die ummauerte Stadt, Zombies weinen nicht, Brautsee, 1x Aurora, Rodinia 1.Teil und 666 gelesen.

    LG..Karin...

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